Rathausmarkt: Pflegeplätze statt Wohnungen?

Uhr Theo Bick
Der Abriss des Kammann-Hauses war für Jahresbeginn 2019 geplant, hat sich aber immer wieder verzögert. Jetzt gibt es um den geplanten Neubau erneut Streit. Foto: Siems

Bremervörde. Reibungslos lief in Sachen Kammann-Nachfolgebau bisher relativ wenig. Viele Monate lang, bevor der Bremervörder Stadtrat am 19. Dezember 2018 mehrheitlich „grünes Licht“ für den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Areal gab, hatte das Thema in der Stadt und im Stadtrat für teilweise heftige Kontroversen gesorgt. Jetzt droht erneut Streit um den Neubau. Hinter den Kulissen gibt es deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadtverwaltung und dem Investor, der Specht Gruppe aus Bremen. Und: Eine Baugenehmigung hat der Landkreis bislang noch nicht erteilt.

Zur Erinnerung: Umstritten war in der Bremervörder Politik vor allem die Aufteilung der Räume in dem Neubau. Die Opposition befürchtete, dass zu viele Pflegeplätze in zentraler Wohnlage entstünden. Festgeschrieben wurde in einem städtebaulichen Vertrag letztlich, dass 55 Prozent der Fläche für Wohnen und Gewerbe genutzt werden sollen und 45 Prozent für Pflege.

Mit diesem Beschluss schien das Projekt auf einem guten Weg zu sein. Ursprünglich waren sogar ein Abriss des Gebäudes für Jahresbeginn 2019 und ein zeitnaher Baubeginn angepeilt worden. Der Wochenmarkt ist in Erwartung der Bauarbeiten längst präventiv vom Rathausmarkt in die Marktstraße verlegt worden.

Offiziell gestellt wurde ein Bauantrag jedoch erst am 21. Juni dieses Jahres. Anfang Juli verschob die Specht Gruppe dann den Abrisstermin auf August und begründete diesen Schritt mit komplexen Entkernungsarbeiten.

Immer wieder an die BZ herangetragene Informationen, die Zweifel an der zeitnahen oder plangetreuen Umsetzung des vereinbarten Projektes nährten, bemühte sich die Specht-Gruppe, zu zerstreuen. Selbstverständlich werde die Realisierung des Bauvorhabens nicht infrage gestellt, betonte Geschäftsführer Mike Hemmerich im Juni auf BZ-Anfrage. „Aufgrund von Mieterwünschen mussten noch einige Planungsänderungen vorgenommen werden. Den Bauantrag reichen wir in den nächsten Tagen ein,“ zitierte die BZ Hemmerich in der Ausgabe vom 19. Juni.

Ob es diese „Planungsänderungen“ sind, die nun hinter den Kulissen für Ärger sorgen? Im Bremervörder Rathaus fiel jedenfalls bei der Ansicht des beim Landkreis eingereichten Bauantrages auf, das einige Aspekte in den Antragsunterlagen nicht den im städtebaulichen Vertrag festgehaltenen Rahmenbedingungen entsprechen.

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