Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Mit der Nutzung der Seiten und Services der Bremervörder Zeitung, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.     Mehr Infos
OK

NABU: Paludikulturen als Chance für Gnarrenburger Moor

Uhr Von Thomas Schmidt
NABU-Moorexperte Axel Roschen nimmt Stellung zum Torffabbau-Antrag des Torfwerks Sandbostels – aber auch zu den jüngsten Vorwürfen, die dem NABU von der BI und der CDU/FDP-Gruppe im Kreistag gemacht wurden. Archivfoto: Schmidt

GNARRENBURG. Bis zur Entscheidung über den Abbauantrag des Torfwerks Sandbostel wird noch viel Wasser durch den Oste-Hamme-Kanal fließen. Die Wellen der Empörung sind bislang hochgeschlagen – zu unterschiedlich scheinen die Interessenlagen im Planfeststellungsverfahren im Spannungsfeld von Naturschutz, Landwirtschaft, Torfindustrie und betroffenen Anwohnern. Im Fokus stand nicht zuletzt der Naturschutzbund (NABU), dessen Vorschläge von seiten der CDU-FDP-Gruppe im Kreistag, aber auch aus der Mitte der „Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore und für die Zukunft unserer Dörfer“ (BI) kritisiert wurden. Axel Roschen, NABU-Moorexperte und Leiter der NABU-Umweltpyramide Bremervörde, weist in einem Gespräch mit der BZ die Vorwürfe zurück und hofft auf eine Versachlichung der Debatte, „in der auch konstruktive Vorschläge eine Chance haben sollten“.

„Der NABU lehnt konventionellen, rein wirtschaftlich ausgerichteten Torfabbau grundsätzlich ab“, stellt Axel Roschen im Gespräch mit der BZ klar. Dies ginge auch eindeutig aus der Stellungnahme des NABU-Kreisverbandes Bremervörde-Zeven zum vorliegenden Antrag des Torfwerks Sandbostel hervor, so der Diplom-Biologe weiter: „Unter den Bedingungen industrieller landwirtschaftlicher Produktion auf Torflagerstätten sind der Verlust an Lebensräumen und die zusätzliche Belastung unseres Klimas durch Torfzehrung mit deren CO2-Ausstoß dem Torfabbau allerdings fast gleichzusetzen.“ Ein aus Sicht des Natur- und Klimaschutzes ganz wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Landnutzungsformen sei die Verpflichtung der Torfindustrie, die genutzten Flächen nach Abbau zu renaturieren.

„Es wird immer wieder behauptet – von seiten der BI und in jüngster Zeit auch in einer CDU/FDP-Mitteilung – wir seien ein Bündnis mit der Torfindustrie eingegangen. Das stimmt nicht. Der NABU hat vor einiger Zeit das Gespräch mit der Erdenindustrie gesucht, um bei einen entwicklungsfähigen Teil der noch vorhandenen Torflagerstätten in Niedersachsen den Torfabbau zugunsten von Moorschutz und Moorentwicklung zu gestalten“, sagt Roschen mit Blick auf ein gemeinsames Positionspapier von NABU und dem Industrieverband Garten (IVG) unter dem Titel „Entwicklungskonzepte für Hochmoorgebiete unter den Aspekten von Natur- und Klimaschutz und Integration der Rohstoffnutzung“. Ein sinnvolles alternatives Modell für den Torferhalt wäre nach Einschätzung Roschens, landwirtschaftliche Flächen auf Hochmoortorfen als Paludikulturen zu entwickeln. Heißt konkret: Landwirte würden künftig Torfmoose großflächig industriell anbauen und das Produkt an die Torfindustrie verkaufen, denn die aufgewachsenen Moospflanzen haben für die Erdenhersteller die gleichen günstigen Eigenschaften wie der abgebaute Torf.

Den kompletten Artikel können Sie in der gedruckten Ausgabe und im ePaper der BZ lesen.