Leinen los für die Torfkähne

Uhr Thomas Schmidt
Voller Tatendrang im Torfschiffhafen von Karlshöfenermoor: Richard Henning (rechts), Vorsitzender des Vereins „Findorffs Erben“, und Skipperkollege Hartmut Schmidtke freuen sich, dass unter Corona-Bedingungen jetzt wieder Torfkahnfahrten im Moor möglich sind. Ab Herbst wollen „ Findorffs Erben“ ihr Angebot erweitern und auch Fahrräder mit an Bord nehmen. Foto: Schmidt

Karlshöfenermoor. Man sieht es den beiden Torfkahnskippern an: Richard Henning und Hartmut Schmidtke freuen sich, dass sie wieder auf den Gewässern im Teufelsmoor schippern können. Doch natürlich gelten auch für den Vorsitzenden von „Findorffs Erben“, seinen „Kapitänskollegen“ und die Gäste an Bord die gegenwärtigen Corona-Regeln. Gefahren wird mit oder ohne Segel, aber mit Mund- und Nasenschutz. „Außerdem dürfen nur maximal zehn Menschen an Bord“, erklärt Vorsitzender Henning.

Der Vorstand des Vereins hat ein entsprechendes Hygienekonzept mit dem Landkreis Osterholz abgestimmt, in dessen Hoheitsgebiet die meisten Gewässer der Torfkahnskipper liegen. Denn für die Torfkähne gelten die Corona-Regeln für „touristische Bootsfahrten“ – egal wie groß die „Pötte“ sind. Doch hoffen auch Henning und seine Mitstreiter, dass es für die Fahrten in den kleinen Torfkähnen an frischer Luft bald eine Ausnahmeregelung geben wird.

Doch trotz gegenwärtiger Einschränkungen sei die Freude schon jetzt riesengroß, dass es am idyllischen Torfschiffhafen an der Kreuzkuhle wieder „Leinen los“ und „Ahoi“ heißt, so dass die Menschen die endlosen Weiten der Moorlandschaft unter einem hohen Himmel genießen können. Schließlich musste Henning, der zu den wichtigsten Organisatoren des „Findorff-Jahres 2020“ gehört, manch schlechte Nachricht verdauen, als die Pandemie auch das rege Vereinsleben der „Erben“ vorübergehend ausbremste.

An diesem und an den nächsten Sommerwochenenden bieten Hennig, Schmidtke und die anderen Skipper des Vereins wieder die rundum entschleunigten Trips durchs Teufelsmoor an, um dabei manch Döntje aus der Zeit der Moorbauern von anno dazumal zum Besten zu geben. Die Pflege der Kulturgeschichte der Region gehöre schließlich zum Vereinszweck der „Erben“ von Jürgen Christian Findorff, der in diesem Jahr 300 Jahre alt geworden wäre. Wie berichtet, wurde das Festjahr zu Ehren des legendären Moorkolonisators coronabedingt aufs nächste Jahr verlegt.

Noch in diesem Herbst wollen „Findorffs Erben“ ihr touristisches Angebot neu aufstellen. So sollen kombinierte Rad- und Kahntouren angeboten werden. Über die Fahrradrouten, die der Wirt der Traditionsgaststätte „Zur Kreuzkuhle“, Heino Lütjen, ausgearbeitet hat, wird die BREMERVÖRDER ZEITUNG im Herbst ausführlich berichten. Fest steht bereits jetzt, dass es ein halbes Dutzend Touren unterschiedlicher Länge zu diversen Themenschwerpunkten geben wird und dass mehrere gastronomische Betriebe in den Landkreisen Rotenburg und Osterholz von den Radlern angefahren werden können.

Außerdem steht der viel beschworene „Digitalisierungsschub“ in Coronazeiten auch den „Erben“ bevor: Der Karlshöfener Verein will sich am Buchungsportal der Adolphsdorfer Torfschiffer beteiligen, so dass der Service für Touristen verbessert wird: „Darüber werden wir bald näher informieren“, verrät Skipper Richard Henning, holt die Segel wieder ein und montiert die kahnkompatiblen Fahrradträger wieder ab, die ein örtlicher Händler eigens für den Verein gebaut hat.

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