Landrat gibt am Lenkrad Stoff

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Auf dem Weg zur Kreistagssitzung in Bremervörde hatte sich Landrat Hermann Luttmann in ein Wasserstoff-Fahrzeug von EWE gesetzt. Foto: rk/Krüger

Am Lenkrad Stoff gegeben und ein gutes Gewissen dabei hatte kürzlich der Rotenburger Landrat. Per Waserstoffauto machte sich Hermann Luttmann auf Dienstfahrt von der Kreisstadt nach Bremervörde.

Rotenburg/Bremervörde. Es muss sich etwas ändern beim Individualverkehr auch auf dem Land – das ist den meisten klar. Gerade hier, wo der öffentliche Personennahverkehr durch die langen Distanzen und dünn besiedelte Gebiete an seine Grenzen gerät, ist das Auto immer noch das Verkehrsmittel Nummer eins. Das ist auch Landrat Herrmann Luttmann (CDU) klar, der sich allerdings etwas anders als gewohnt auf den Weg zur jüngsten Kreistagssitzung in Bremervörde gemacht hatte.

Mit einem Wasserstoffauto wollte Luttmann ein kleines Signal in Richtung Klimaschutz setzen. Die Idee dafür war im Gespräch mit EWE-Chef Urban Keussen entstanden, der von den Plänen zum Netzausbau bei dieser Technologie des Oldenburger Unternehmens berichtet hatte. In Begleitung von EWE-Kommunalbetreuer Björn Muth ging es daher für Luttmann auf die rund 60 Kilometer lange Route in den Nordkreis.

„Wie ein normales Auto“, scherzte Luttmann beim Aussteigen, wollte damit aber durchaus ein Lob für das Modell Hyundai Nexo von EWE aussprechen. „Wenn diese Region überleben will, brauchen wir Autos.“ Die Brennstoffzelle als Antriebseinheit sei dafür deutlich umweltfreundlicher als das Elektroauto. „Die deutsche Automobilindustrie scheint aber auch diese Entwicklung zu verschlafen“, so der Landrat kritisch.

Bislang ist die Fahrt mit einem Wasserstoffauto aber realistisch nur auf Fernstraßen möglich. 120 Tankstellen gibt es deutschlandweit, die nächsten in Bremen und Hamburg. Für EWE als Netzbetreiber ist Wasserstoff über die Mobilität hinaus in mehrfacher Hinsicht interessant, betonte Muth.

Stromüberschüsse der Windkraftanlagen könnten die Erzeugung günstig machen, eine Speicherung in bisherigen Gaskavernen sei das Ziel. Und auch ins Gasnetz wolle man Wasserstoff mit einspeisen. Luttmanns Fazit: „Das scheint mir die Zukunft zu sein.“ “ (rk/mk)

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