Kulturlandschaft soll bleiben

Uhr Birgit Pape
Der Vorsitzende des Fördervereins Naturpark Teufelsmoor Arne Börnsen (Dritter von links) konnte mit Renate Warren (von links), Volker Kullik, Heiko Philipp, Johann Steffens, Claudia Schalinski und Heiko Pankoke Redner begrüßen, die ihre Meinung zum Thema Naturpark Teufelsmoor äußerten.Fotos: Pape

Ab 2021 soll er konkret werden: der Naturpark Teufelsmoor. Jetzt informierte der Förderverein Naturpark Teufelsmoor über Sinn und Zweck des Parks in der Hamme- und Wümmeniederung.

Der Förderverein Naturpark Teufelsmoor traf sich zur Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Zur Kreuzkuhle“. Dort nutzte der Vorsitzende Arne Börnsen aus Ritterhude die Gelegenheit, die Öffentlichkeit im Raum Gnarrenburg über einen Naturpark Teufelsmoor zu informieren. Er schilderte die Ziele, die der Förderverein mit der Gründung erreichen möchte. So solle insbesondere der einzigartige Naturraum Teufelsmoor erhalten bleiben.

Vier Säulen tragen das Konzept: Naturschutz und Landschaftspflege, Tourismus und Naherholung, Landwirtschaft und nachhaltige Regionalentwicklung sowie Umweltbildungsmaßnahmen. „Wir möchten die Entwicklung der Region voranbringen“, betonte der Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete Börnsen. Derzeit befasse sich der Verein damit, welche Rechtsform der zukünftige Naturpark haben könnte. „Ob Zweckverband oder Verein – wir überlegen gerade, wie es am besten funktionieren könnte.“

Grußworte hielten Landrat Hermann Luttmann und Gnarrenburgs Gemeindebürgermeister Axel Renken. Sie sind sich einig, dass es detaillierte Informationen geben müsse, was auf Landwirte, Kommunen und alle weiteren Akteure zukommen könnte.

Landwirt Johann Steffens aus Ober-Klenkendorf betonte, dass sein wichtigster Wunsch für einen Naturpark sei, dass „die Kulturlandschaft und die Findorff-Siedlungen langfristig erhalten werden“. Steffens: „Die Landwirtschaft steht am Scheideweg. Auch größere Betriebe geben auf. Ein Betrieb muss von der Flächenbewirtschaftung auch Leben können. Wenn nun die Bewirtschaftung im Naturpark womöglich eingeschränkt wird, muss es dafür einen Ausgleich für die Landwirte geben.“

Auch Agraringenieur Heiko Philipp erklärte, dass gerade die jungen Landwirte offen für Themen wie Natur- und Artenschutz seien. „Wir Landwirte möchten nur im Vorhinein mit eingebunden werden. Dann kann man sich auch über vorgezogene Mahdtermine im Rahmen des Vogelschutzes oder Ähnliches verständigen.“

Volker Kullik aus Karlshöfen beobachtet seit Jahrzehnten die hiesige Pflanzen- und Tierwelt ganz genau. Große Euphorie kommt beim Thema Naturpark nicht auf bei ihm. „Vom Naturpark erhofft sich ein Naturschützer nicht viel“, meinte Kullik. Gerade die intensive Flächennutzung durch die Landwirte mache der Region zu schaffen. Er betonte aber auch: „Jeder Hof, der verschwindet, ist ein Schaden für den Naturschutz. Wenn es nur noch wenige Großbetriebe gibt, werden die Maschinen noch größer und die schonende Bewirtschaftung der Flächen noch schwieriger.“

Augenhöhe gewünscht
CDU-Ratsherr Heiko Pankoke aus Worpswede sieht den Naturpark auch als Chance für die Landwirte. „Ich haben von anderen Naturparks gehört, dass die Zusammenarbeit von Landwirten und Unterer Naturschutzbehörde in diesen Gebieten besser funktioniert. Das klappe im Landkreis Osterholz bisher nicht immer gut“, meinte Pankoke.

Claudia Schalinski aus Karlshöfen ist seit kurzem Mitglied im Förderverein. Bei einem Aktionstag sei sie überrascht gewesen über „sehr viel Unkenntnis der Bürger in Sachen Moor- und Naturschutz“.

Renate Warren (Bündnis 90/ Die Grünen) aus Findorf betonte, dass der Spagat zwischen Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung der Hamme- und Wümmeniederung geschafft werden müsse. „Mein Traum ist, dass der Naturpark am Ende den Tieren, Pflanzen und Menschen einen Mehrwert bietet. Dafür müssen gerade mit Landwirten Gespräche auf Augenhöhe stattfinden und nicht von oben herab“, betonte Warren.

Den kompletten Artikel können Sie in der gedruckten Ausgabe und im ePaper der BZ lesen.