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Küstenautobahn mit zig Fragezeichen

Uhr Von Karsten Wisser
So wie hier dargestellt, soll der neue Elbtunnel zwischen Drochtersen und Glückstadt gebaut werden. Foto: Elsen/Grafik: Schwartau


DROCHTERSEN. Der Bau der Autobahn 20 (A 20) ist in den vergangenen Tagen wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.Schleswig-Holstein hat seinen Teil des achten Bauabschnitts der A 20 planfestgestellt.

Das Gesamtprojekt: Die Autobahn 20 – auch Küstenautobahn genannt – wird seit 1992 gebaut oder erweitert. Sie führt durchgängig vom schleswig-holsteinischen Bad Segeberg über das Hinterland der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bis zum Autobahndreieck Kreuz Uckermark an der Autobahn 11.

Von den geplanten 541 Kilometern sind inzwischen 325 in Betrieb. Die Küstenautobahn soll zwei Aufgaben erfüllen: die bessere Anbindung des Ostseeküstenraums und großer Bereiche des Landes Mecklenburg-Vorpommern an das deutsche und europäische Verkehrsnetz. Zudem soll sie im Zusammenspiel mit der auch im Bau befindlichen Autobahn 26 als Nordwestumgehung Hamburgs dienen. In Niedersachsen soll die A 20 von Drochtersen bis nach Westerstede gebaut werden. Das ist die frühere A-22-Planung.

Darum geht es jetzt: Der achte Bauabschnitt der A20 zwischen Drochtersen und Glückstadt ist in drei getrennte Planfeststellungsverfahren aufgegliedert worden. Das Land Schleswig-Holstein hat seinen Abschnitt von Glückstadt bis zur Elbmitte fertig. Das Land Niedersachsen will bis März 2015 sein Stück von Drochtersen bis zur Elbmitte planfestgestellt haben.

Laut niedersächsischem Wirtschafts- und Verkehrsministerium folgt ab Mitte des Jahres der Start eines dritten Planfeststellungsverfahrens, das den Anschluss der A 26 an die Küstenautobahn und den Bau des Autobahnkreuzes Drochtersen regeln soll. Das wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.

Der Elbtunnel: Er soll als zweiröhriger Tunnel mit zwei Fahrstreifen je Röhre und je einem schmalen Seitenstreifen gebaut werden. Die Tunnellänge beträgt insgesamt 5,7 Kilometer, dazu kommen auf beiden Elbseiten Tröge mit jeweils 400 Metern Länge. Gebaut werden soll er von Norden nach Süden mit zwei Tunnelvortriebsmaschinen.

Die Kosten für den Elbtunnel: Gestützt auf die Herstellungskosten der vierten Elbtunnelröhre bei Hamburg hat der Bundesrechnungshof ernstzunehmende Bedenken, dass die Straßenbauverwaltung Schleswig-Holstein die Herstellungskosten für den geplanten Elbtunnel um fast 60 Prozent unterschätzt hat. Der Bundesrechnungshof hält aus heutiger Sicht Herstellungskosten von mindestens 1,5 Milliarden Euro für wahrscheinlich. Bisher waren 813 Millionen Euro genannt worden. Die beiden Tröge würden je rund 100 Millionen Euro kosten, der Tunnel 1,3 Milliarden Euro.

Die Finanzierung: Die Bundesregierung will den Tunnel nach jetzigem Stand privat bauen lassen und dem Investor dafür das Recht einräumen, eine Maut zu erheben. Möglich wäre auch, dass ein privater Investor die Einnahmen von bereits fertigen Autobahn-Teilstücken zur Finanzierung nutzen könnte.

Es gibt auch Signale aus dem Bundesverkehrsministerium, dass der Tunnelbau für den neuen Infrastrukturfonds der Europäischen Union (EU) angemeldet werden soll.

PPP umstritten

Diese öffentlich-privaten Partnerschaften sind allerdings umstritten. Das Land Schleswig-Holstein würde das Projekt lieber durch die öffentliche Hand finanziert sehen. Entscheidend wird auch sein, wie der Weiterbau der A 20 im nächsten Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Hier ermittelt Niedersachsen gerade seine Prioritätenliste.

Wie geht es weiter: Erst wenn Niedersachsen seinen Teil der Planfeststellung für den achten Bauabschnitt hat, kann die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen.

Das wird nach jetzigem Stand, und immer unter dem Vorbehalt, dass zu erwartende Klagen gegen das Projekt wie in Schleswig-Holstein geschehen zu mehrjährigen Verzögerungen führen können, im laufenden Jahr der Fall sein. In den kommenden beiden Jahren sollen außerdem für alle Teilstücke in Schleswig-Holstein und die meisten in Niedersachsen die fehlenden Planfeststellungsbeschlüsse vorliegen.

Enak Ferlemann (CDU) aus Cuxhaven, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, rechnet mit einer möglichen Tunnel-Fertigstellung um das Jahr 2025.

Der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) gab gegenüber dem Stader Tageblatt 2028 als realistisches Datum an.

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