Eine Leben für den Karate-Sport

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Werner Buddrus, Mitbegründer der Gnarrenburger Karate-Abteilung und langjähriger Trainer, erhielt kürzlich für seine langjährigen Verdienste um den Karatesport die Goldene Ehrennadel des deutsche Karate-Dachverbandes.

Gnarrenburg. Erfolgreicher Athlet, Landestrainer, Prüfer, Kampfrichter, Funktionär, Buchautor, wandelnde Kampfkunst-Enzyklopädie und mit 70 Jahren immer noch aktiver Sportler: Für Werner Buddrus ist Karate nicht nur ein Hobby, sondern auch Passion und Lebensphilosophie. Seit 50 Jahren betreibt der langjährige Trainer des TSV Gnarrenburg nun Karate. Im Elbe-Weser-Raum hat kaum einer diese Kampfkunst so geprägt wie der Großmeister (7. Dan) aus Osterholz-Scharmbeck. Inmitten von Corona Zeiten wurde ihm kürzlich eine besondere Ehre zuteil: Er erhielt die Goldene Ehrennadel des Deutschen Karate-Verbandes (DKV).

Zum Kampfsport kam Werner Buddrus Ende der 1960-er Jahre. Zunächst trainierte er Judo, ab 1970 dann Karate und gründete im selben Jahr mit einigen Gleichgesinnten den 1. Budo-Club Osterholz. Bereits 1973 bestand der gelernte Tischler die Prüfung zum Schwarzgurt (1. Dan) im Karate. Drei Jahre später traf er auf den legendären japanischen Großmeister Teruo Kono Hanshi (8. Dan) und wurde dessen Schüler. Der charismatische Japaner, damals einer der weltweit wichtigsten Karate-Großmeister, wurde geradezu dafür gefürchtet, seinen Schülern körperlich wie mental das Äußerste abzuverlangen. Sein Training war eine so harte Schule, dass sie selbst gestandene Schwarzgurte oft nicht durchhielten. Sensei Kono beeindruckte und prägte Werner Buddrus nachhaltig. „Der Meister verkörperte Leidenschaft, Konsequenz und Selbstdisziplin“. Tugenden, die auch den langjährigen Gnarrenburger Trainer aus auszeichnen. Auf sportlicher Ebene erreichte Buddrus neue Höhen. Von 1977 - 1982 wurde er unter anderem Deutscher Mannschaftsmeister im Wadokai-Stil, erreichte mehrere Platzierungen im Einzel und nahm 1977 an den Europameisterschaften teil.

Ab 1982, inzwischen Träger des 3. wechselte er dann komplett ins Trainerfach und war Mitbegründer später sehr erfolgreichen Karateabteilung des TSV Gnarrenburg, in der er bis heute das Training leitet.

Stolz auf den Großmeister
Die Gnarrenburger gewannen etliche Landesmeistertitel, hatten eine Damen-Bundesliga-Mannschaft, erzielten Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene. „Beim TSV ist man besonders stolz auf seinen Karate-Großmeister und ernannte ihn erst kürzlich zum Ehrenmitglied“, so Spartenleiter Sascha Ryll.

Neben seiner Tätigkeit als Trainer war er außerdem über 30 Jahre lang als Landeskampfrichter und zudem 20 Jahre als Funktionär tätig. Mit seinen Weggefährten, Dr. Elke von Oesen und Peter Mixa, veröffentlichte er ein Lehrbuch und eine Lehr-DVD. Sein Wissen ist in ganz Deutschland gefragt. Seine Ehefrau Waldtraut unterstützt ihn bei seinen vielen Aktivitäten. Karate ist im Hause Buddrus Familiensache: So ist sein Sohn Yves inzwischen selbst Trainer und Inhaber des 2. Dan. Und der Vater sucht auch mit 70 Jahren immer noch nach neuen Erfahrungen, um sein Wissen und seine Fähigkeiten zu erweitern. So ist er einer der wenigen Karateka im Deutschland, die einen 3. Dan im Kyusho-Jitsu vorweisen können. In dieser Kampfkunst, in der es um das Wissen um die Nervendruckpunkte geht, gilt er bundesweit als Experte. Darüber hinaus beschäftigt sich Buddrus seit Jahren mit der traditionellen chinesischen Medizin. Das alles zusammen halte ihn fit und agil. „Seine 70 Jahre sind ihm nicht anzumerken“, sagt Sascha Ryll. Lediglich die Knie bereiten hier und da leichte Probleme.

Seit einigen Jahren beschäftigt sich Werner Buddrus zudem mit Kobudo, der Kampfkunst der traditionellen Bauernwaffen, wie etwa dem Bo (Langstock). Diese Kampfkunst hat eine enge Verwandtschaft zum waffenlosen Karate, ist in Deutschland aber ebenfalls noch nicht sehr weit verbreitet. Im Kobudo bereitet sich Werner Buddrus auf seine nächste Herausforderung vor: In Kürze plant er die Prüfung zum Schwarzgurt (1. Dan) abzulegen – es wäre sein insgesamt 11. schwarzer Gürtel.

Aufgrund der Corona-Verordungen fand die Ehrung im bescheidenen Rahmen mit dem notwendigen Gesundheitsabstand und unter freiem Himmel in Gnarrenburg statt. Werner Buddrus nahm die Goldenen Ehrennadel von seinen Schülern Sascha Ryll und Jan Meinke entgegen, die ihm diese im Namen des Deutschen Karate Verbandes überreichen durften. Und selbstverständlich wurde anschließend gleich wieder, ganz im Sinne des Meisters, mit dem Training weitergemacht.

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