Die Skepsis überwiegt bei Trainern

Uhr Michael Brinkmann
Es werden wohl noch etliche Wochen vergehen, ehe Bernd Witte das „Corona-Kassenhäuschen“ des FC Alfstedt/Ebersdorf wieder öffnen darf. Vieles deutet auf eine kurze Kreisligasaison hin.Foto: Brinkmann

Landkreis. Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind weiterhin hoch, der „Lockdown light“ wird von der Politik verschärft, und die Amateure müssen den Fußball flach halten. Seit Wochen ertönt kein Schiedsrichterpfiff mehr. Wann es wieder losgehen kann, ist derzeit nicht abzusehen. Gleichzeitig gilt es nun, weiter über Szenarien nachzudenken, wie es in 2021 weitergehen kann. Wir haben uns bei einigen Kreisligatrainern umgehört, welche Spielsysteme sie für die Saison 2020/21 als sinnvoll und realistisch erachten.

Ralf Junge, Trainer des FC Alfstedt/Ebersdorf, betrachtet die Aussichten sehr nüchtern. „Meine Einschätzung ist, dass wir erst mal sehen müssen, dass man überhaupt eine einfache Runde hinbekommt. Selbst wenn wir irgendwann im Mai fertig sein sollten, muss man, glaube ich, nicht mehr über eine Auf- und Abstiegsrunde nachdenken“, so Junge. Sollte die Saisonfortsetzung im Frühjahr vorgezogen werden können, „bräuchten wir mindestens vier, fünf Wochen Vorbereitungszeit, um wieder in ein Mannschaftsgefüge zu kommen“. Und einen Start im Februar halte ich auch wettertechnisch für unrealistisch“. Der FC-Coach geht deshalb von einer einfachen Runde aus, „die dann eben gewertet wird“. Seine Spieler sind aktuell in der Winterpause, nachdem sie direkt nach dem Lockdown individuell trainiert haben. „Ich habe ihnen an die Hand gegeben, sich fit zu halten“, so Junge, der wegen Corona-Verdachtsfällen nur vier Partien bestreiten konnte.

Gnarrenburgs Trainer Mirko Böttjer glaubt auch nicht, dass Hin- und Rückrunde machbar sind; allein schon wegen der vielen Nachholspiele. Bis zum Sommer nur noch englische Wochen zu spielen, hält er für nicht darstellbar. „Und die erste Frage wird ja sein, wann es überhaupt wieder losgehen kann. Und davon hängt dann alles weitere ab“. Auch wenn im März wieder begonnen werden könnte, „wird wahrscheinlich sogar nach einer einfachen Runde eine Auf- und Abstiegsrunde unrealistisch sein. „Man muss dann mal gucken, wie viel Zeit noch bleibt“, so Böttjer, der den Spielern des Tabellenschlusslichts für die ersten Wochen „Hausaufgaben“ in Sachen Laufen gegeben hatte. Sein Team musste bekanntlich wegen des Corona-Clusters in der Gemeinde schon weit vor dem bundesweiten Lockdown pausieren. „Bis Januar sind wir jetzt erst mal in der Winterpause“.

Dass die Pause im Januar oder spätestens Februar enden kann, „halte ich für utopisch“, sagt Hesedorfs Coach Thomas Fenslau. Er glaubt nicht, dass die „Corona-Saison“ 20/21 wie geplant beendet werden wird. „Ich denke, wir können froh sein, wenn wir die einfache Runde hinbekommen“, sagt er mit Blick auf die gesellschaftlichen Einschränkungen und auch auf die Zahl der Nachholspiele. „Wann sollen die alle nachgeholt werden? Tarmstedt zum Beispiel hat erst drei Spiele gemacht“, fragt sich der Gnarrenburger, der zudem auch fürs Frühjahr mit weiteren Quarantäne-bedingten Spielausfällen im Fußball rechnet. Das Virus sei bis dahin ja nicht verschwunden.

„Wie heißt es so schön: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Momentan gibt es aber einfach Wichtigeres. Wir müssen endlich die Zahlen runterkriegen und die älteren Menschen schützen“, sagt Fenslau, der sich aber auch um die Junioren sorgt. „Die lange Pause im Jugendfußball macht mir schon Kopfzerbrechen. Da könnten viele dem Fußball verloren gehen“, so der erfahrene Übungsleiter, der mit seiner Kreisliga-Mannschaft bis zum Lockdown zwar sieglos blieb, aber immerhin sechs von 15 Hinrundenspielen bestreiten konnte.

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